Für mehr wertvollen Lebensraum – Teil 2

Zur Förderung der biologischen Vielfalt hat die ABZ bisher 1000 Quadratmeter Aussenraum aufgewertet. Für das nächste Projekt in den Siedlungen Im Moos 1 und 2 hat sie nun die Bewohner/innen ins Boot geholt.

Punktuelle Massnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt hat die ABZ in den Siedlungen Wipkingen, Waidfussweg 1 und 2, Rütihof 1, Hönggerberg, Herrlig und Birchstrasse umgesetzt. Dort wurden auf rund 1000 Quadratmetern die einseitig bepflanzten Flächen sowie gebietsfremde Pflanzen wie der Kirschlorbeer mit heimischen Sträuchern, Blütenpflanzen und Blumenwiesen ersetzt. Der Grund: Diese sorgen für einen vielfältigen Lebensraum und liefern Insekten und Vögeln passende Nahrung zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Zudem bieten sie den Tieren Unterschlupf.

Begeisterung für die Natur wecken
Das erste grössere Aufwertungsprojekt der ABZ erfolgt in den Siedlungen Im Moos 1 und 2. Es soll Erkenntnisse für künftige Aufwertungsmassnahmen in anderen Siedlungen liefern. Der Aussenraum von Im Moos 1 und 2 weist gebietsfremde Pflanzen, grosse Rasenflächen und Ziersträucher auf. «Das sieht zwar schön aus, liefert den einheimischen Tieren aber kaum einen geeigneten Lebensraum und wenig Nahrung», so Andrea Haslinger, Projektleiterin Schutzgebiete und Naturvielfalt bei Pro Natura. Deshalb zieht die ABZ in Betracht, gebietsfremde mit heimischen Pflanzen zu ersetzen, Hecken und Obstbäume zu pflanzen, Wiesen anzulegen und Flachdächer zu begrünen.

Was definitiv in die Tat umgesetzt wird, entscheidet die Geschäftsstelle gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung. «Nur wenn diese an Bord sind, ist ein nachhaltiger Erfolg möglich», sagt Nico Linggi, Leiter Bewirtschaftung bei der ABZ. Das sieht auch Haslinger so: «Wir möchten eine Anfangsbegeisterung für die Natur wecken und klar machen, dass wir durch entsprechende Förderung von einem artenreichen Naherholungsraum profitieren.»

So informierte die ABZ-Geschäftsstelle Ende August die Bewohnerinnen und Bewohner über die Rahmenbedingungen wie Zeitraum und Budget sowie die Nutzung und Pflege der neuen Aussenflächen. Zudem konnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen einer Standaktion in der Siedlung zum Projekt informieren. Und im September findet ein Workshop statt, an dem die Geschäftsstelle mögliche Aufwertungsmassnahmen vorstellt und diese mit den Bewohnerinnen und Bewohnern diskutiert. «Wir möchten wissen, was die Bewohnerschaft von unserem Vorhaben denkt, und geben die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen», sagt Linggi. Bis Ende November erfolgt daraufhin die Planung der Aufwertungsmassnahmen, die Anfang 2020 an einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden. Im Frühling 2020 sollen die ersten Aktionen stattfinden.

Fotos: Tres Camenzind

Die aufgewerteten Grünflächen vor den Hauseingängen in der Siedlung Wipkingen.
Die aufgewerteten Grünflächen vor den Hauseingängen in der Siedlung Wipkingen.
Bienenhotels bieten den Insekten einen Nistplatz.
Bienenhotels bieten den Insekten einen Nistplatz.